germany-deutschland.com Deutsch English Italiano EspaÑol FranÇais 

 

 

Großstädte in Deutschland - Berlin

Berlin ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1990 ist es darüber hinaus die Bundeshauptstadt. Berlin ist ein Stadtstaat und die bevölkerungsreichste (2003: 3.388.477 Einwohner) Stadt Deutschlands. Mit einer Fläche von 89.169 ha ist Berlin auch die flächengrößte Stadt Deutschlands.

Allgemeines

Das Land Berlin ist gänzlich vom Land Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands, etwa 70 km westlich der polnischen Grenze. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik. 1996 fand eine Volksabstimmung über eine Länderfusion mit Brandenburg statt, welche jedoch scheiterte. Da man dieses Ergebnis von politischer Seite jedoch nicht hinnehmen wollte, strebt man nun eine erneute Volksabstimmung über diese Frage an.

Vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten Bundesrepublik Deutschland (BRD, West) und Deutsche Demokratische Republik (DDR, Ost) im Jahr 1990 war Bonn am Rhein die provisorische Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, und Ost-Berlin war die Hauptstadt der DDR (amtlich: Berlin, Hauptstadt der DDR, oder amtlich in der BRD: Berlin (-Ost)). Der Westteil Berlins (West-Berlin, oder amtlich: Berlin (-West), amtlich in der DDR: Selbständige politische Einheit Westberlin) nahm eine Sonderstellung zwischen den beiden deutschen Staaten ein.

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde Berlin wieder Hauptstadt Deutschlands. Im so genannten Hauptstadtbeschluss entschied der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll.

Geografie

Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlin liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.

Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.

Die höchsten Erhebungen Berlins sind mit 120 m über NN der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und mit 115 m die Müggelberge im Bezirk Treptow-Köpenick.

Geschichte

Die Geschichte Berlins beginnt nicht erst mit der ersten urkundlichen Erwähnung, sondern bereits mit der Vor- und Frühgeschichte des Berliner Raumes. Zeugnisse dieser frühen Phase der Besiedlung sind vor allem im Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie als lebensechte Nachbildung im Museumsdorf Düppel zu sehen. Hier werden auch mittelalterliche handwerkliche Techniken vorgeführt.

Funde von Feuersteinen und bearbeiteten Knochen in der Gegend lassen auf eine Besiedlung seit ca. 60000 v. Chr. schließen. Im 9. Jahrtausend v. Chr. siedeln an der Spree und an der Dahme Jäger und Fischer, die Pfeilspitzen, Schaber und Feuersteinbeile hinterlassen. Aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. wurde eine Maske gefunden, die wohl als Jagdzauber diente.

Im 3. Jahrtausend v. Chr. bilden sich Kulturen mit Ackerbau und Viehzucht, die handgefertigte Keramiken und Vorratsspeicher benutzen.

Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. siedeln sich verstärkt Germanen an: in historischen Quellen tauchen für sie die Stammesbezeichnungen Semnonen (Teilstamm der Sweben) und die Burgunder auf.

Später ziehen vom Berliner Raum aus Germanen in den süddeutschen Raum, wobei der Berliner Raum aber auch weiterhin germanisch besiedelt bleibt, aber die Besiedlungsdichte abnimmt. Ab dem 6. Jahrhundert strömen Slawenstämme in die Lausitzer Gegend und bei dem Jahre 720 in den Berliner Raum. Sie siedeln auch an bisher unbesiedelten Standorten, und unterscheiden sich durch Standortwahl und Wirtschaftsweise von den Germanen.

Ab dem 12. Jahrhundert beginnt die Ostbesiedlung des Kaiserreichs. Auf den trockenen Flächen des Urstromtals zwischen dem Teltow und dem Barnim wird eine Furt über die Spree besiedelt. Auf der rechten Uferseite entsteht Berlin, auf einer Spreeinsel Cölln.

Die wichtigsten historischen Daten:

  • 1197 erste urkundliche Erwähnung Spandaus, das 1232 Stadtrecht erhält (seit 1920 Teil von Berlin)
  • 1209 erste urkundliche Erwähnung Köpenicks, (seit 1920 Teil von Berlin)
  • um 1230 Verleihung des Stadtrechts für Berlin
  • 1237 erste urkundliche Erwähnung von Cölln
  • 1244 erste urkundliche Erwähnung von Berlin
  • 1307 Berlin und Cölln erhalten eine gemeinsame Verwaltung
  • 1448 "Berliner Unwille": Proteste der Bevölkerung gegen den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn und dessen Schlossneubau
  • 1451 Berlin wird Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten
  • 1539 Einführung der Reformation in Berlin
  • 1567 "Knüppelkrieg" zwischen Berlin und Spandau
  • ab 1641 mehrfache Stadterweiterungen, es entstehen die Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt
  • 1701 Berlin wird durch die Krönung des brandenburgischen Kurfürsten zum preußischen König Friedrich I. zur Hauptstadt des Königreichs Preußen
  • 1709 Die fünf bis dahin unabhängigen Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt werden zur "königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin" vereinigt. Schon bald entstehen vor den Toren der Stadt neue Vorstädte.
  • 1848 Märzrevolution mit Barrikadenkämpfen
  • 1861 Das Stadtgebiet wird durch die Eingemeindung von Wedding, Moabit, Tempelhofer und Schöneberger Vorstadt erweitert.
  • 1871 Berlin wird Hauptstadt des neu entstandenen Deutschen Reiches
  • 1873 Beginn des Baues des im Wesentlichen noch heute genutzten Kanalisationssystems (abgeschlossen 1893)
  • 1918 Als Ergebnis der Novemberrevolution wird in Berlin kurz hintereinander jeweils von Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht die Republik ausgerufen.
  • 1920 umfangreiche Eingemeindung: Berlin wurde mit 7 weiteren Städten, 59 Landgemeinden und 28 Gutsbezirken zu "Groß-Berlin"
  • 1933 Nach der Ernennung Hitlers zum deutschen Reichskanzler wird Berlin zur Machtzentrale der Nationalsozialisten.
  • 1936 Olympische Sommerspiele in Berlin
  • 1937 große 700-Jahr-Feiern in Berlin, die von den Nationalsozialisten als Propagandaveranstaltung genutzt werden
  • 1945 Berlin wird nach dem Zweiten Weltkrieg "Vier-Sektoren-Stadt"
  • 1948/1949 Blockade der westlichen Sektoren durch die sowjetischen Streitkräfte, Berliner Luftbrücke
  • 1945/1949 politische Spaltung Berlins im Ost-West-Konflikt
  • 1961 Bau der Berliner Mauer am 13. August
  • 1963 Bei einem Besuch Westberlins spricht US-Präsident John F. Kennedy den berühmt gewordenen Satz "Ich bin ein Berliner".
  • 1987 große 750-Jahr-Feiern in beiden Teilen der Stadt
  • 1989 die Wende in der DDR, Fall der Mauer.
  • 1990 Wiedervereinigung Deutschlands und der beiden Stadthälften Ost- und West-Berlin, Berlin wird Hauptstadt im vereinigten Deutschland.
  • seit 1997: Der Banken-Skandal um die "Bankgesellschaft Berlin" [3] (http://www.bankgesellschaft.de) und um führende darin involvierte Politiker der CDU (wie Rüdiger Landowsky und Eberhard Diepgen) versetzt zunehmend der Stadt und dem Land Berlin den finanziellen und fiskalischen Todesstoß (ca. 50.000.000.000,-- DM zusätzliche Schulden!), der die Zukunft dieses verarmten Bundeslandes und deren Bewohner wesentlich in negativer Weise mit bestimmen wird.

Bevölkerung

Im Jahr 2003 hatte Berlin knapp 3,5 Millionen Einwohner. Die türkische und kurdische Gemeinde Berlins umfasste 200.000 Köpfe. Außerdem wohnten in Berlin 180.000 Polen (9% aller Polen die in Deutschland wohnten). Am letzten Stichtag, den 31.12.2000, lebten rund 430.000 Einwohner mit ausländischen Pass aus 185 Staaten in Berlin.

Politik

Ergebnisse der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2001

"Politik in Berlin" hat wegen der Funktion und der Geschichte des Stadtstaates Berlin immer verschiedene, sich oft überlappende Bezüge. Berlin ist eine Kommune (unterteilt in Bezirken, die die Gemeinden bilden), ein Bundesland ("Land Berlin") und die Hauptstadt Deutschlands. Daher gibt es gelegentlich Überschneidungen zwischen Kommunalpolitik und Landespolitik aufgrund der fehlenden Ebene der Regierungsbezirke und Landkreise. Die Bezirke werden gegenüber dem Berliner Senat durch den Rat der Bürgermeister vertreten.

Im Jahre 1996 scheiterte die Volksabstimmung zur Länderfusion der Bundesländer Berlin und Brandenburg, vor allem durch die politische Dominanz Berlins, der bürgerfernen Diskussion um die Fusion und aufgrund der Finanzprobleme des Landes Berlin. Trotzdem wurde in den letzten Jahren die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer intensiviert und viele Einrichtungen zusammengelegt. Teilweise wird eine neue Volksabstimmung über die Fusion für die nächsten Jahrzehnte diskutiert.

Vor der Wiedervereinigung Deutschlands hatte der Begriff Berlin-Politik sogar einen weltpolitischen Inhalt in der Ost-West-Auseinandersetzung.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. €. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. €, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. € (IHK-Bericht 2000/2001).

In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).

Berliner Wirtschaft 2001

Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins war im Jahre 2001 meist von negativen Trends bestimmt. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Vergleich zum Vorjahr um ein halbes Prozent, die Zahl der Erwerbstätigen sank um 5000 Beschäftigte, die Arbeitslosenquote lag im November 2001 bei 16 Prozent. Berlin befand sich damit im Geleitzug aller nordostdeutschen Bundesländer, die alle eine Arbeitslosenquote zwischen 14 Prozent (Thüringen) und 18 Prozent (Sachsen-Anhalt) aufwiesen und damit weit über dem Bundesdurchschnitt von 9,2 Prozent lagen.

Positive Impulse gingen allein vom Dienstleistungsbereich, besonders der unternehmensnahen Dienstleistungen, aus.

Im verarbeitenden Gewerbe verzeichnete der Fahrzeugbau, die chemische Industrie und die Elektrotechnik zum Teil kräftige Umsatzsteigerungen.

Einzelhandel und Gastgewerbe litten unter mangelnder privater Nachfrage.

In einer schweren Krise steckt seit Jahren die Berliner Bauwirtschaft, die offensichtlich vom Bauboom der Jahre nach 1990 nicht nachhaltig profitieren konnte.

Positiv entwickelte sich die Neugründung von Unternehmen in Berlin und die Zahl der Gewerbeanmeldungen.Der Saldo von Gewerbean- und abmeldungen ist seit Jahren positiv, hatte 1990 einen vereinigungsbedingten Höchststand von über 26.000, und liegt nach einem Tief im Jahre 1999 aktuell wieder bei 4000 mehr Anmeldungen als Abmeldungen.

Die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA hatten sofort auch negative Auswirkungen in Berlin, vor allem in den Touristikbereichen, die eine sehr große wirtschaftliche Rolle in der Bundeshauptstadt spielen. So ging das Passagieraufkommen der drei Berliner Flughäfen im Vergleich zum Jahr 2000 von 13,3 Millionen auf 12,6 Millionen Passagiere zurück.

Große Erwartungen werden in Berlin in die Innovations- und Technologiezentren gesetzt. Der Wissenschafts- und Technologiestandort WISTA in Adlershof mit dem Schwerpunkt Optoelektronik und der Biotechnologiestandort Berlin-Buch nehmen eine ausgesprochen positive Entwicklung und sind in internationale Netzwerke eingebunden.

Berlin ist daher entschlossen, den Standortfaktor Wissenschaft und Forschung zu nutzen und auszubauen. Entschiedene Fördermaßnahmen sind aber in Folge des Berliner Bankenskandals und der sich hieraus ergebenden Haushaltsnöte unmöglich.

Verkehr

Eisenbahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus

Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.

In Ost-West-Richtung wird die Innenstadt von der Berliner Stadtbahn durchquert. An ihr liegen u.a. die Bahnhöfe Lichtenberg, Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße und Zoologischer Garten. Unterstützt wird die Ost-West-Verbindung durch die U-Bahnlinie 5 (U5), die teilweise im Ostteil Berlins oberirdisch verläuft. Zurzeit wird die Ost-West-Trasse durch eine teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse ergänzt (Teil des Pilzkonzepts), die am Lehrter Bahnhof (offizieller Name heute Berlin Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof) die Stadtbahn kreuzt.

Vervollständigt wird der S-Bahn-Verkehr durch die Ringbahn, auf der man in 63 Minuten einmal um die Innenstadt herum fahren kann.

Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin.

Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahnen und -expresse der Deutschen Bahn sowie zwei InterConneX-Linien.

kaiser permanente find a doctor